Die Kunst des leichten Gesprächs: English Small Talk

von

Autorin: Doris Graf

Von manchen als unnütze Zeitverschwendung abgewehrt, von anderen als „the fine art of conversation“ gepflegt: Warum Zeit für Small Talk aufbringen, wenn man doch lieber gleich „zur Sache“ kommen möchte? Lesen Sie hier warum Small Talk soviel wichtig ist – geschäftlich und privat.

Warum eigentlich Small Talk halten?

Im täglichen – und speziell beruflichen – Miteinander ist der Small Talk das was der Appetizer für den Magen und der Warm-up für den Körper vor dem Workout ist: ein charmant-intelligenter Weg , beim Gegenüber einen freundlichen Grundton aufkommen zu lassen, angespannte Situationen zu beruhigen, eine Atmosphäre aufzuheitern oder schlichtweg sich einander zu nähern. Mit solch positiver Einstimmung kann der weitere Verlauf einer Begegnung mit Kunden oder beim Vorstellungsgespräch nur harmonisch verlaufen. Übrigens: das häufigst gewählte Thema ist tatsächlich nach wie vor das Wetter!

Gibt es so etwas wie „perfekten Small Talk“?

Ich meine ja. Man wähle dazu leichte Themen, um Konfrontationen vermeiden. Bleiben Sie entspannt; schließlich geht es hier um keine Prüfung irgendwelcher Kenntnisse, sondern vielmehr darum, dass Sie sich Ihrem Gesprächspartner mit Ihrer ganzen Aufmerksamkeit zuwenden und dabei authentisch sind. Selbstprofilierung ist hier fehl am Platz. Gehen Sie stattdessen auf die Themen Ihres Gegenübers ein und zeigen Sie echtes Interesse.

Nachstehend habe ich für Sie einige Tipps, die Ihnen den Weg in die Kunst des leichten Gesprächs ebnen sollen:

Tun & Tabu beim Small Talk

Auch wenn Ihnen bislang jede Übung in dieser Kunst fehlt (was ich bezweifle), Sie dürfen erstaunt über Ihre künftigen Gesprächsverläufe sein, wenn Sie sich an die folgenden Hinweise halten:

Vor dem Small Talk: Wie bereite ich mich vor?

Ganz einfach: Seien Sie informiert über aktuelle Ereignisse in Kultur, Sport und Alltagsgeschehen bzw. pflegen Sie ein gutes Allgemeinwissen. Niemand wird von Ihnen wissenschaftliche Kenntnisse erwarten: Bleiben Sie locker und warten Sie ab, mit welchen Themen Ihr Gegenüber Sie überraschen könnte. Ist Ihnen der Grund des Anlasses bekannt, kann es hilfreich sein, im Vorfeld wesentliche Nachrichten aus dem Bereich im Internet oder in bezüglichen Zeitschriften nachgelesen zu haben.

Lassen Sie sich mit freudiger Haltung auf einen Small Talk ein, denn im Vordergrund steht der ungezwungene Austausch mit Ihrem Gegenüber, seine/ihre persönlichen Reaktionen und die Atmosphäre, die sich zwischen beiden Gesprächspartnern entwickelt.

Während des Gesprächs

Ein wesentliches Kriterium auf dem Weg zu einem angeregten Gespräch ist, den gegenüberstehenden Gesprächspartner zur wichtigen Person zu machen – nicht sich selbst! Sprechen Sie klar und deutlich, ohne aufdringlichen Blickkontakt. Hören Sie genau zu, gehen Sie auf alle Antworten ein und unterbrechen Sie nicht, denn: wichtig ist hier nur Ihr Gesprächspartner!

Achten Sie im Gespräch auf eine angemessene körperliche Distanz bei gleichzeitig offener Körperhaltung. Lautes Reden, ausladende Gesten und Körperkontakt wird Ihr (speziell deutsches oder britisches) Gegenüber nicht sehr schätzen.

Wie bringe ich einen Small Talk zum Abschluss?

Nach einiger Zeit im Gespräch merken Sie es: die Themen gehen aus. Sorgen Sie für einen stimmigen Abgang, indem Sie z.B. zuvor eine weitere Person ins Gespräch ziehen oder sich mit einem Hinweis auf den Gang zum Buffet oder auf den Balkon vom Gesprächsort entfernen. – Schlussfolgerung: Überdenken Sie nochmals Ihre mögliche Anti-Haltung zum Small Talk. Es geht nicht um Informationsaustausch, sondern vorrangig darum, das Gegenüber kennen zu lernen, eine positive Grundstimmung zu entwickeln und Spannungen abzubauen. Ist das nicht lohnend genug?

Doris Graf

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